Energiewende ja! Aber im Einklang mit Natur und Umwelt
Bitte so nicht!
Foto: Windräder auf dem Hunsrück - Der alte und der neue Wald. Lizenz: giggel, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
Der BUND Regionalverband Elbe-Heide befürwortet ausdrücklich den Ausbau von Wind- und Solarenergie. Wir brauchen die Unabhängigkeit von fossilen Energien. Erneuerbare Energien sind essenziell im Kampf gegen die Klimakrise. Doch der Ausbau muss sinnvoll mit Kopf und Verstand stattfinden.
Position des BUND:
- Keine Windenergie in ökologisch sensiblen Bereichen, z.B. Wald.
- Waldränder sind besonders artenreich und schützenswert.
- Natur- und Menschenschutz muss bei der Planung Vorrang haben.
- Alle Planungen müssen auf den Prüfstand.
Zum Hintergrund
Die allgemeine politische Situation mit den Kriegen und Konflikten der Welt machen ebenso wie die Klimakrise deutlich: Wir brauchen Unabhängigkeit von fossiler Energiegewinnung, Unabhängigkeit von Kohle, Öl, und Gas, aber auch von Atomkraft.
Ausreichende Kapazitäten für PV-Anlagen und Windkraft stehen an Autobahnstreifen, an Industriebrachen, ohnehin schon versiegelten Parkplätzen, Bahnanlagen, auf Hallen, Gebäuden usw. zur Verfügung. Aber Wälder müssen nicht abgeholzt, Biotope nicht versiegelt, Moore nicht bebaut, Landschaftsschutzgebiete nicht geopfert werden!
Die Umwandlung von Wäldern und noch naturnahen Lebensräumen im Rahmen der Energiewende verursacht Gefahren für die Biodiversität, also für die Lebensgrundlagen von Menschen und Tieren. Die notwendigen technischen Mittel zum Ausbau der erneuerbaren Energien, um die Klimakrise zu bewältigen, dürfen den natürlichen Klimaschutz nicht beeinträchtigen.
Die Energiewende und der Schutz der biologischen Vielfalt dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Unter den meist schon überschrittenen planetaren Grenzen unserer Erde ist die Biodiversitätskrise, also auch das Artensterben, wesentlich kritischer einzuschätzen als die Klimakrise. Natürliche Ökosysteme, wie Auen, Moore und Grasland, müssen ebenso wie der Wald zum Verlangsamen der Klimakrise erhalten bleiben, speichern sie doch massiv Kohlenstoffdioxid.
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien, etwa von Windenergieanlagen, muss Natur berücksichtigen, d.h. er darf nicht in sensiblen Bereichen, wie es z.B. der Wald ist, erfolgen. Umwelt und Natur bleiben durch vorrangig wirtschaftliche, industrielle und gewerbliche Interessen im Rahmen der Energiewende auf der Strecke. Was die Politik auf Bundes- und Landesebene als notwendigen Beitrag zur Energiewende beschlossen hat, wird lokal “zur Frage von Landschaft, Akzeptanz und kommunaler Selbstbestimmung” (Satz sinngemäß nach Winsener Anzeiger, 13.03.2026).
Der BUND Regionalverband Elbe-Heide als Anwalt für Umwelt- und Naturschutz kann dieser Art von Planungen nicht zustimmen und möchte daher rechtliche Prüfungen von auf Landkreis- und Gemeinde-Ebene geplanten Projekten beauftragen, um ggf. notwendige Rechtsmittel einlegen zu können. Das geht nur mit Hilfe Betroffener. Das sind wir alle.
Bisherige Aktivitäten und Stellungnahmen
- Flyer Windkraft sinnvoll (April 2026)
- Stellungnahme des Regionalverbandes vom 18.02.2026 zur Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms 2025 für den Landkreis Lüneburg (RROP 2025): Stellungnahme zum 3. Entwurf Januar 2026
- Stellungnahme vom 12.12.2025 zur 59. Änderung Flächennutzungsplans „Windpark Süderheide“ (Gemeinde Südergellersen)
- Stellungnahme vom 20.11.2025 zur 55. Änderung Flächennutzungsplans „Windpark Kirchgellersen“ (Gemeinde Kirchgellersen)
- Stellungnahme vom 4.8.2025 zum Vorentwurf der 59. Änderung des Flächennutzungsplans „Windpark Süderheide“ der Samtgemeinde Gellersen
- Stellungnahme vom 13.7.2025 zur Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms 2025 für den Landkreis Lüneburg (RROP 2025), 2. Beteiligungsverfahren. Enthält als Anlage 3 das Fachgutachten "Naturschutzfachliche Anmerkungen zum Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises Lüneburg" von Dr. Matthias Schreiber, Bramsche. Weitere Anlagen sind u. a. die Stellungnahme der Bürgerinitiative Breetzer Berge (Anlage 4) sowie die Stellungnahme zum Landes-Raumordnungsprogramm Niedersachsen (LROP) des Landesbüro Naturschutz Niedersachsen, LabüN (Anlage 7).
- “Kann die Energiewende im Einklang mit Mensch und Natur gelingen?” Vortrag von Prof. Dr. Christina von Haaren von der Leibniz Universität Hannover am 14. Februar 2025 auf Einladung des BUND Regionalverbands Elbe-Heide. Zusätzlich zu den Präsentationsfolien vom Vortrag steht ein Video des Vortrages zur Verfügung. Dazu als Nachbericht der Text “Gedanken zur Energiewende” im Newsletter des BUND Regionalverbandes Elbe-Heide.