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Regionalverband Elbe-Heide

Rede zur Demo

Liebe Mitbürger!

 

Ich möchte Ihnen hier ganz einfach sagen, warum ich gegen die Ansiedlung des Zentrallagers bin.

 

  1. Die Gemeinde hat in ihrer Begründung zum Bebauungsplan nicht erklärt, warum sie genau dieses eine, große Zentrallager auf dem Gelände ansiedeln will – statt vielen kleinen. Keine schriftliche Begründung! Damit sind die Planungsunterlagen unvollständig und nicht akzeptabel!

 

  1. Politiker der – zur Zeit – größten Parteien sagen, dass sie für die Ansiedlung dieses marktbeherrschenden Unternehmens seien, weil sie hohe Einnahmen aus der Gewerbesteuer erwarten. Aber niemand kann mit Sicherheit sagen, ob, wann und wie viel Steuereinnahmen wirklich kommen werden. Im Gegenteil: Es ist zu erwarten, dass wegen der Abschreibung jahrelang gar keine Steuereinnahmen zu erwarten sind. Und was macht die Gemeinde, wenn die Firma ihren Sitz gleich oder später von Stelle weg verlegt? Die Hoffnung, Aldi „an der Angel zu haben“ kann sich sehr leicht ins Gegenteil verkehren, nämlich dass die Gemeinde abhängig wird von einem Weltkonzern.

 

  1. Selbst wenn hohe Steuereinnahmen kämen – Geld kann man nicht essen! Denn wir vernichten fruchtbares Ackerland, das künftige Generationen ernähren kann. Und wir betonieren oder asphaltieren eine große Fläche, die wir brauchen werden zur Versickerung von Regenwasser, aus dem unsere Pflanzen sich ernähren, die wir essen. Und wir brauchen Versickerungsflächen für die Bildung von Grundwasser, das unser Trinkwasser wird. Auch angesichts der Klimakrise wäre die Versiegelung einer so großen Fläche unverantwortlich!

 

  1. Sicher ist außerdem, dass das Zentrallager das Leben und Wohnen aller Steller stark beeinträchtigen und verschlechtern würde, nämlich:

4.1) Abgase und Abrieb von Bremsbelägen der LKW und Gigaliner pro 24 Stunden würden unsere Atemluft vergiften! Der Ausstoß von Abgas würde noch stärker, da die Laster eine Steigung von 10 m überwinden müssten. Und wenn die Laster herunterfahren, müssten sie bremsen vor dem Kreisel, was den Abrieb von Bremsbelägen vermehren würde. Beide krebserregenden Stoffe würden mit dem Westwind direkt nach Stelle hineingetragen werden.

 

4.2) Der Lärm der 500 Laster pro 24 Stunden würde die Nerven der näheren - aber auch ferneren Anwohner ruinieren.

 

4.3) Nachts würde man in ganz Stelle den Lichtschein der Beleuchtung des 17 m hohen und 340m langen Gebäudes sehen – entweder direkt oder als Widerschein am Himmel.

 

5) Die Halle würde das Sportzentrum „Kurze Heide“ um 10 m und die Harburger Straße um 23 m überragen. Von überall in der Umgebung würde man sie sehen können. Sie würde Stelle hässlich machen.

 

Darum sage ich: Nein!

Einwendungen – leicht gemacht!

Seit Tagen sitzen Bürger und Bürgerinnen von Stelle am Schreibtisch, um Eingaben zum geplanten Zentrallager zwischen der Kurzen Heide und der Harburger Straße zu verfassen. Bis zum 26. März haben sie noch Zeit - dann endet die Frist für die Abgabe bei der Gemeinde. Nun bekommen sie Hilfe und Unterstützung vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Ortsgruppe hat unter Beratung eines Fachanwaltes für Verwaltungsrecht jetzt ein Muster formuliert, an das sich jeder Schreiber halten kann. Oder noch einfacher: man kann das Schriftstück einfach unterschreiben und hat damit voll rechtskräftig und fachlich fundiert sein Recht wahrgenommen.

 

Denn: wer jetzt nicht seine Meinung schriftlich kundtut, kann später nicht mehr gegen das Projekt klagen. Daher steht die Kampagne des BUND unter dem Motto: „Wenn`s erst steht, ist`s zu spät“.

 

Hintergrund: Einwendungen, die Steller Bürger 2018 einreichten, führten dazu, dass die Planungsunterlagen geändert wurden und jetzt in der Neufassung erneut der Öffentlichkeit zur Beteiligung am Verfahren vorgelegt werden. Die Einwendungen aus 2018 bleiben gültig und werden in der Abwägung voll berücksichtigt. Mit dem neuen Entwurf versucht die Ratsmehrheit aus CDU, SPD und BIGS den Inhalt passgenau auf die Bedürfnisse der Firma Aldi zuzuschneiden. Dies erfordert Änderungen des ersten Entwurfes in einem solchen Umfang, dass die Auslegung den gesamten Plan erneut zur Disposition stellt.

 

So kann auch jetzt wieder jedermann eigene Einwendungen verfassen. Wem dies aber zu kompliziert und zeitaufwendig ist, der kann einfach auf einem vorformulierten Vordruck unterschreiben und so volle Wirkung entfalten. Der Vordruck enthält alle wichtigen Argumente gegen das Projekt – auf zwei Seiten zusammengefasst in neun Punkten. Der juristisch geprüfte Text kann abgefordert werden unter der Email-Adresse: stelle(at)bund-elbe-heide.de.

 

März 2019, Thomas Rieckmann

Der Widerstand wächst weiter

Tag um Tag geben mehr und mehr Bürgerinnen und Bürger von Stelle ihren Protest gegen das zwischen Kurzer Heide und Harburger Straße geplante riesige Zentrallager kund, indem sie auf den Listen der Bürgerinitiative „L(i)ebenswertes Stelle“ unterschreiben. Schon 1534 Unterschriften wurden gesammelt – das sind mehr als 16% aller Wahlberechtigten. Am Infostand des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) vor dem Kaufhaus Benecke am Sonnabend waren nochmals 178 dazu gekommen. Trotz kalten Windes standen etliche tapfere Mahner sieben Stunden lang draußen, um die Bevölkerung aufzuklären. Dazu hatten sie vielfältige Informationsmaterialien mit großem Aufwand selbst gefertigt, um ihre Ansichten zu veranschaulichen.

 

Genau 101 Eingaben sind im Rahmen der formellen Öffentlichkeitsbeteiligung bis 5. Oktober bei der Gemeinde eingereicht worden – 86 von Bürgern, 15 von Behörden. Das bedeutet viel Arbeit für die Verwaltung und eine Fülle von Argumenten, die die Ratsherren und Ratsfrauen nicht einfach übergehen können. Das größte Bauvorhaben in der Geschichte der Gemeinde Stelle erlegt den Politikern auch die größte Verantwortung auf, bei der Abwägung der Bedenken der Bürger sorgfältig zu überlegen, bevor sie entscheiden. Denn die Auswirkungen des Vorhabens wären deutlich spürbar für die Einwohner von Stelle – besonders wegen des noch ungelösten Verkehrsproblems.

 

Je stärker der Widerstand wird, umso unsicherer werden die Befürworter des Monstrums. Denn ob, wann und wie viel Gewerbesteuern der Weltkonzern für die Steller Gemeindekasse tatsächlich abzweigen würde, bleibt nach wie vor völlig ungewiss. Nicht ohne Grund wird er „Das Stille Imperium“ genannt.

 

Die Planungsunterlagen weisen auch keine Begründung dafür aus, warum die Fläche gerade einem einzigen Logistikunternehmen überlassen werden soll. Gewiss ist nur, dass den Stellern weiterer Raum für ihre Naherholung geraubt würde - der letzte Aussichtspunkt in fußläufiger Ortsnähe, von dem aus man noch einen freien Blick über die Elbauen auf Hamburg hat. Noch zieht der Rote Milan seine Kreise über dem Opfer-Acker, der geopfert werden soll auf dem Altar des Götzen Mammon, den die Geldgläubigen anbeten.

 

Angespornt von dem wachsenden Widerstand der Bevölkerung arbeitet der BUND an weiteren Aktionen. Der erste gemeinsame Auftritt des BUND-Stammtisches und der BI „L(i)ebenswertes Stelle“ im Fernsehen wird am Montag, 5.11. um 22.45 Uhr im „NDR Kulturjournal“ ausgestrahlt. Die nächste Versammlung der 20 bis 30 Aktiven findet Freitag, 9.11. um 19.00 Uhr im DRK-Heim, Ashausener Straße 1a statt. Alle Einwohner sind zur Mitarbeit eingeladen - alle, die verhindern wollen, dass in Stelle aus dem „Wohnen im Grünen“ ein „Wohnen im Grauen“ wird.

09.10.2018, Thomas Rieckmann

1957 Unterschriften gegen das Zentrallager!

Die Veranstalter der Demonstration gegen das geplante - nach REWE zweite - Logistikzentrum in Stelle sind überaus zufrieden mit dem mutigen, öffentlichen Bekenntnis der 270 Teilnehmer! Während des Marsches durch die Harburger Straße schlossen sich spontan etliche Passanten dem Zug an, sodass die Zahl der Teilnehmer ständig wuchs. Fast alle Demonstranten trugen Plakate, Schilder, Fahnen oder Transparente. Dabei wurden die vielfältigen Gründe für die Ablehnung des Großprojektes anschaulich, kreativ und überzeugend dargestellt. Jedes Schild/Plakat war anders, und alle waren selbst gemacht und eindrücklich gestaltet. Das zeigt uns, dass der Protest von Herzblut erfüllt ist und getragen wird.

 

Inzwischen haben 1957 wahlberechtigte Steller und Stellerinnen durch ihre Unterschrift ihren Protest gegen das Großprojekt kundgetan. Zum Vergleich: Bürgermeister Isernhagen wurde mit 2488 Stimmen ( = 52% der Wähler) gewählt, bei einer Wahlbeteiligung von 55%. Dieses Zahlenverhältnis zeigt, dass die Zahl der Unterschriften schon die Nähe der Mehrheit der aktiven Wählerschaft erreicht.

 

Das Bündnis aus Bürgerinitiative L(i)ebenswertes Stelle, Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland, Interessengemeinschaft Anwohner K 86 und engagierten Bürgern weist ausdrücklich darauf hin, dass wir nicht gegen Aldi sind, sondern nur das geplante, zu große Logistikzentrum der Firma in Stelle ablehnen. Ferner machen wir darauf aufmerksam, dass über den Bau des größten Gebäudes in Stelle noch nicht entschieden ist. Solche Gerüchte, die in Stelle gestreut werden, entbehren jeder Grundlage. Entscheiden tut der Gemeinderat, und das hat er bisher noch nicht getan. Die Entscheidung wird jetzt sogar noch verzögert, weil die Unterlagen nochmals vor der Öffentlichkeit ausgelegt werden müssen.

 

Das Bündnis fordert alle Steller Bürger und Bürgerinnen dazu auf, die Bürgerfragestunde vor jeder Ratssitzung zu nutzen, um Fragen an die Gemeindepolitiker zu stellen.

 

25.11.2018, Thomas Rieckmann

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