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Regionalverband Elbe-Heide

Erwiderung des BUND auf den Artikel im Wochenblatt Elbe & Geest vom 29.04.2020 „Der BUND hat Angst- aber wovor eigentlich?“

Pressemitteilung vom 03.05.2020 (Leserbrief im Anhang)

Herr Adamczak versucht mit dem Begriff „Angst“, die Bedenken des BUND ins Lächerliche bzw. ins Krankhafte zu ziehen und damit zu diffamieren. Ja, Herr Adamczak, wir und auch viele Steller Bürger/innen sind wirklich besorgt, dass eine objektive Entscheidung für oder gegen die geplante ALDI-Ansiedlung nicht mehr stattfinden wird und der sogenannte „Abwägungsprozess“ zur Farce verkommt. Wir befürchten, dass der öffentliche Widerstand gegen das umstrittene Bauvorhaben unter dem „Corona-Versammlungsverbot“ erstickt und die Befürworter im Gemeinderat die Gunst der Stunde nutzen werden, um das mittlerweile als lästig empfundene Thema im Eiltempo durchzuwinken.
Dass Herr A. sich über die berechtigten Bedenken lustig macht, lässt vermuten, dass er die viel-schichtigen Probleme und Risiken, die mit der geplanten Ansiedlung eines zweiten großen Logistiklagers einhergehen, nicht erkannt bzw. verstanden hat. Stattdessen empfiehlt er sich und seine SPD als Problemlöser.
Die bisherige Bilanz fällt allerdings aus Sicht des BUND eher erschreckend aus:
Gesetzlich denkmalgeschütztes 4.000 Jahre altes Hügelgrab - Ihre Antwort: Kann weg!
Gesetzlich unter Naturschutz stehender Quellwald „Pennekuhle“: Weg damit, wird irgendwo ausgeglichen!
Verkehrsproblem in Maschen: Bis zu 424 zusätzliche LKW (+ 330 PKW) pro Tag gehen lt. Gutachten gerade noch!
Unverhältnismäßig hoher Flächenverbrauch pro Arbeitsplatz: Spielt keine Rolle!
2.300 Unterschriften gegen das Projekt von Steller Bürger(inne)n: Können ignoriert werden!
Mehr als 300 Bürger-Einwendungen im Abwägungsprozess: Alles noch zumutbar!
Herr A. glaubt anscheinend nicht nur an unseren Rechtsstaat, sondern auch an eine verlässliche, jährliche ALDI-Gewerbesteuereinnahme für Stelle im hohen 6-stelligen Bereich, an neue Arbeitsplätze, die irgendwann einmal entstehen könnten und an die von ALDI bezahlten Gutachten und nicht einklagbaren Versprechungen.
Für Herrn A. zählen die besseren Argumente? Welche nachweisbaren Argumente sprechen denn wirklich für die Ansiedlung eines weiteren großen Zentrallagers in Stelle, wenn es schon wegen der Verlagerung von Ohlendorf keine neuen Arbeitsplätze gibt? Eine Antwort darauf wäre der richtige Weg, einer vermeintlichen Hysterie, Angst und Panikmache entgegenzutreten. So bleibt es nur unbedacht und zynisch, in Ermangelung von Argumenten Andersdenkende zu verunglimpfen und berechtigte Bedenken ins Lächerliche zu ziehen.
Vielleicht sollte eher Herr Adamczak Angst davor haben, dass er und seine SPD bei der nächsten Kommunalwahl in der Bedeutungslosigkeit versinken könnten? Nämlich dann, wenn Stelle schon in der geplanten 2-jährigen Bauphase im Verkehr, Lärm und Staub erstickt und sich die Wähler(innen) an die verantwortlichen Entscheidungsträger im Rat und ihre „Problemlösungen“ erinnern werden?
Gestatten Sie uns auch einen Rat:
Stimmen Sie gegen die geplante Ansiedlung eines weiteren großen Logistikzentrums in Stelle!

BUND, Ortsgruppe Stelle
Harburger Straße 35, 21435 Stelle

Hier finden Sie den dazugehörigen Leserbrief des BUNDs - Wochenblatt

Quelle: Kreiszeitung-Wochenblatt, Ausgabe vom 13.05.2020,Seite 6

 

 

Botanische Führung mit Jürgen Feder verschoben

Pressemitteilung vom 20.04.2020

Die für den 25. April geplante pflanzenkundliche Führung mit Jürgen Feder bei Stelle ist wegen der Corona-Pandemie zunächst verschoben worden. Der BUND hatte sich besonders glücklich geschätzt, einen der äußerst begehrten Termine mit dem aus dem Fernsehen bekannten „Extrem-Botaniker“ bekommen zu haben. Wegen seiner witzigen und unterhaltsamen Art sind Führungen mit Feder immer sehr beliebt und stets ausgebucht. Dabei ist Feders Fachwissen unter Botanikern deutschlandweit anerkannt. Selbst auf Autobahnen, Bahngeländen und Industriegebieten findet er seltene Pflanzenarten, die Unkundigen oft als „Unkraut“ erscheinen.
So hat Feder im Auftrag des BUND 2018 eine gutachterliche Stellungnahme für eine 20 ha große Fläche bei Stelle verfasst, in der 188 kartierte Pflanzenarten aufgeführt werden, u.a. seltene und geschützte Arten.
Wann der neue Termin stattfinden wird, wird rechtzeitig bekannt gegeben, auch auf der Internetseite des BUND:

http://www.bund-elbe-heide.de

 

Thomas Rieckmann
i.A. BUND, Ortsgruppe Stelle
Harburger Straße 35, 21435 Stelle

BUND fordert erneute Auslegung des Bebauungsplanes zum ALDI-Zentrallager

Pressemitteilung vom 30.03.2020

Der BUND Stelle hatte in einer Pressemitteilung vom 11. März über die Schließung des ALDI-Zentrallagers in Beverstedt informiert und darauf hingewiesen, dass die bisher vorliegenden Verkehrs-, Lärm- und Luftschadstoff-Gutachten im Bebauungsplanverfahren zum ALDI-Zentrallager in Stelle auch in Anbetracht dieser Entwicklung veraltet sind. Die Gutachten dürfen demnach nicht mehr im bevorstehenden Abwägungsprozess verwendet werden.
Nach den Pressemeldungen in der letzten Woche (Winsener Anzeiger vom 26.3.20) hat die Fa. ALDI reagiert und neue Verkehrs- und Lärmgutachten in Auftrag gegeben. Das bisher bekannte Ergebnis kann allerdings die Befürchtungen zusätzlicher Belastungen für den geplanten Standort in Stelle nicht ausräumen. So sollen durch „antizyklische Fahrzeiten“ die LKW-Verkehrsströme aus den Hauptverkehrszeiten herausgehalten werden. D.h. natürlich auch, dass die Belastungen schon zu erwarten sind, aber nur anders verteilt werden sollen. Das hat zur Folge, dass die Anlieger in Zukunft den ganzen Tag über (oder etwa auch nachts?) zusätzliche Belastungen auf sich nehmen müssen. Es ist nicht zu erwarten, dass der Lieferverkehr zu verkehrsintensiven Zeiten ruhen soll, denn im Logistikgeschäft ist der Grundsatz "Just in time" für den Erfolg jedes Unternehmens entscheidend. Schließlich steht Aldi mit anderen Konkurrenten in einem scharfen Wettbewerb. Die jetzt von Aldi gemachten Versprechungen von "antizyklischen" Einsätzen seiner Laster sind daher völlig unglaubwürdig, da sie betriebs-wirtschaftlich unsinnig wären. Ganz abgesehen davon, dass diese Lösung viel verspricht, sich aber kaum kontrollieren lässt.
Außerdem sollen durch Ummarkierungen an der Autobahnauffahrt in Maschen (s. anliegendes Foto) die Belastungen für Stelle reduziert werden. Auf diesen Lösungsvorschlag kann man nun wirklich gespannt sein, denn die bisherigen, mehrfach durchgeführten Ummarkierungen haben bekanntermaßen nicht zu einer Entlastung des Knotenpunktes in Maschen geführt und eine Erweiterung der Spuren ist durch die angrenzenden Privatgrundstücke nicht realisierbar. Das war auch der Grund, weswegen nicht nur der BUND, sondern auch die Landesstraßen-baubehörden einen umsetzbaren Lösungsvorschlag im laufenden Planverfahren gefordert haben. Ohne eine Lösung dieses Verkehrskonfliktes darf der Bebauungsplan nicht von der Gemeinde Stelle beschlossen werden, denn ein Bebauungsplan muss für alle zu erwartenden Konflikte eine Lösung aufzeigen.
Durch die jetzt anscheinend aktualisierten Gutachten ist auf jeden Fall eine andere Situation im Planverfahren entstanden, die von den Bürgern und auch vom BUND im Hinblick auf ihre wahrzunehmenden Interessen neu zu beurteilen ist. Der BUND Stelle fordert daher eine erneute Auslegung der Planunterlagen, um allen Bürgern eine detaillierte Prüfung zu ermöglichen.

Caroline Vick
i.A. BUND, Ortsgruppe Stelle
Harburger Straße 35, 21435 Stelle

ALDI Nord schließt weitere Zentrallager

Pressemitteilung vom 11.03.2020

 BUND befürchtet massive Auswirkungen auf den geplanten Standort Stelle

Bürgermeister Isernhagen hat angekündigt, die Abwägungsunterlagen zum Bauprojekt ALDI-Logistikzentrum im Laufe des März den Mitgliedern des Gemeinderates von Stelle vorzulegen. Doch schon jetzt zeigt sich, dass diese überholt sind. Denn: durch die Schließung des ALDI-Zentrallagers in Beverstedt bei Bremerhaven Ende 2020 soll auch das Zentrallager Seevetal-Ohlendorf teilweise die Belieferung der ca. 60 ALDI-Märkte im Raum Stade – Cuxhaven – Rotenburg – Bremerhaven – Bremen-Nord übernehmen. Das Lager Ohlendorf soll bekanntlich durch einen Neubau in Stelle zwischen Harburger Straße und Bardenweg/Kurzer Heide ersetzt werden.
Eine Umverteilung von Beverstedt nach Seevetal würde für ein neues Nachfolge-Lager in Stelle bedeuten: noch mehr LKW-Verkehr zwischen Stelle und dem Autobahn-Anschluss Maschen, wo schon heute Staus den Verkehrsfluss behindern. Um die zu erwartenden Verstopfungen auf der K 86 zu meiden („Zeit ist Geld“), ist zu befürchten, dass der Lieferverkehr auf die Autobahn-Ausfahrt Winsen-West oder andere (mautfreie) Verkehrswege ausweichen wird. Rollen die LKW dann auch durch Ashausen und Stelle? Wird auch die schon vorgesehene Erweiterungsoption für eine zusätzliche Lagerfläche zeitnah von ALDI eingefordert werden?
Für den BUND heißt das: das bisher von uns beschriebene Risiko für die Wohnqualität der Steller Bevölkerung wird weiter steigen: mehr Lärm, mehr Abgas, mehr krebserregender Abrieb von Reifen und Bremsbelägen in unserer Atemluft!
Der BUND Stelle hat den Bürgermeister und den Gemeinderat bereits über die Schließung des Zentrallagers in Beverstedt informiert und darauf hingewiesen, dass die im Rahmen der 2017 vorgenommenen Umweltverträglichkeitsprüfung erstellten Verkehrs-, Lärm- und Luftschadstoff-Gutachten auch in Anbetracht dieser Entwicklung veraltet sind und nicht mehr im bevorstehenden Abwägungsprozess verwendet werden können.
Da die Schließung in Beverstedt nicht die einzige im Aldi-Nord-Imperium ist (Greiz in Thüringen und Schwelm in Westfalen wurden 2019 geschlossen, Berlin-Reinickendorf schließt 2020), sind auch Fragen nach der Geschäftspolitik und der Solidität des Unternehmens angebracht. Der BUND hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, welche Risiken und Abhängigkeiten entstehen können, wenn eine große Gewerbefläche nur an einen Investor vergeben wird (www.bund-elbe-heide.de).
Der BUND Stelle fragt: Was ist, wenn Aldi auch das Lager Stelle aufgibt? Was ist, wenn ALDI die Vereinbarungen im angestrebten städtebaulichen Vertrag nicht einhält? Wer kann wohl die besseren Anwälte bezahlen, wenn Vertragsverletzungen einzuklagen sind – die kleine Gemeinde Stelle oder ein großer Konzern wie ALDI?

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Rieckmann,
i.A. BUND, Ortsgruppe Stelle

BUND reicht Fachaufsichtsbeschwerde gegen die Denkmalschutzbehörde ein

Pressemitteilung vom 29.02.2020

Entscheidung zur Zerstörung des Hügelgrabes ist widersprüchlich und nicht nachvollziehbar


Der BUND beruft sich in seiner Tätigkeit auf die Ziele des Naturschutzes, die im Bundesnatur-schutzgesetz festgehalten sind, dort heißt es u.a.: “Zur dauerhaften Sicherung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie des Erholungswertes von Natur und Landschaft sind insbesondere Natur-landschaften und historisch gewachsene Kulturlandschaften, auch mit ihren Kultur-, Bau- und Bodendenkmälern, vor Verunstaltung, Zersiedelung und sonstigen Beeinträchtigungen zu be-wahren.“ (§1, Nr.4)
Vor diesem Hintergrund hat der Regionalverband des BUND eine Fachaufsichtsbeschwerde bei der Obersten Denkmalschutzbehörde, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, und eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Landkreis Harburg eingereicht, nach dem die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises in ihrer Entscheidung vom 5.11.2019 die Zerstörung des Hügelgrabes in Fachenfelde-Süd freigegeben hatte. Das Hügelgrab soll der Ansiedlung eines Zentrallagers der Fa. ALDI weichen, für das derzeit ein Bebauungsplan aufgestellt wird.
Nach Auffassung des BUND muss ein „zwingendes Erfordernis“ (§7 Abs. 2 NDSchG) bestehen, um den bestehenden Denkmalschutz für das Bodendenkmal aufzuheben. Diese Position haben auch die Denkmalschutzbehörden in ihren ursprünglichen Stellungnahmen zum Bebauungsplan vertreten (s. Anlage). Wenn sie jetzt in ihrer letzten Entscheidung diese Position aufgeben, könnte das darauf hindeuten, dass der Investor, die Gemeinde und möglicherweise auch die Landkreisspitze selbst, massiv Druck auf die Untere Denkmalschutzbehörde ausgeübt haben. Denn nach Auffassung des BUND besteht nach wie vor kein zwingendes Erfordernis zur Ansiedlung eines zweiten Zentrallagers ausgerechnet in Stelle:

  •  Es gibt bereits ein Zentrallager mit allen Negativauswirkungen wie Lärm und Verkehr
  •  Der Standort in Hanglage am Geestrand ist für ein Lagergebäude in diesen riesigen Dimensionen völlig ungeeignet.
  •  Ein gesetzlich geschütztes Biotop („Pennekuhle“) wird teilweise zerstört.
  •  Es werden keine neuen Arbeitsplätze geschaffen, sondern nur von Ohlendorf verlagert.
  •  Es gibt einen großen Bedarf an Gewerbeflächen auch mit arbeitsplatzintensiven Betrieben (s. Anlage Hamburger Abendblatt vom 30.1.20), insofern gibt es genügend alternative Ansiedlungs-möglichkeiten, bei denen das Hügelgrab nicht zerstört werden müsste.

Deshalb ist es auch völlig unerheblich, in welchem Zustand sich das Hügelgrab derzeit befindet. Dass es in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts schon teilweise geräumt wurde, war den Denkmalschutzbehörden auch schon bei der Unterschutzstellung bekannt. Trotzdem haben sie bisher immer den besonderen Wert des Hügelgrabes betont. Das kann jetzt nicht als vorgeschobene Begründung für die Zerstörung herhalten!
Bitte zitieren Sie gern aus unserer Beschwerde, die wir im Anhang mitschicken.
Danke!
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Rieckmann,
i.A. BUND, Ortsgruppe Stelle

BUND Stelle fordert Beteiligung an Workshops zum Flächennutzungsplan

Pressemitteilung vom 19.02.2020

Nach Pressemeldungen (s. Anlage: WA vom 14.11.2019) sollen zur Vorbereitung der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans von Stelle „Workshops“ veranstaltet werden. Der BUND Stelle hält diese Vorgehensweise grundsätzlich für richtig und sinnvoll, fordert aber in einem Brief an Bürgermeister Isernhagen (s. Anlage) eine stärkere Beteiligung der Steller BürgerInnen sowie der örtlichen Vereine und Interessengruppen. Der BUND Stelle würde gern daran teilnehmen, um die Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes zu vertreten und seine Expertise in die Beratungen einbringen. Der BUND legt großen Wert darauf, dass die Workshops von externen Beratern moderiert sowie natur- und landschaftsverträgliche Perspektiven für die Entwicklung des Ortes bis 2040 gemeinsam erarbeitet werden.
gez. Caroline Vick und Joachim Markwardt
i.A. BUND, Ortsgruppe Stelle

Anhang: hier


Der Brief an den Bürgermeister ist hier einzusehen.

Jetzt wissen alle Steller Bescheid!

Pressemitteilung vom 11.12.2019


In einem vierseitigen Faltblatt hat der BUND Stelle jetzt alle seine Argumente gegen den Bau eines Zwischenlagers für 80 Supermärkte in Norddeutschland zusammen-gestellt. Das Informationsblatt wurde im November als Beilage im Monatsblatt „Unser Stelle“ an alle Haushalte der Gemeinde verteilt. Übersichtlich, anschaulich und allgemeinverständlich weist der BUND auf die Gefahren für die Gesundheit aller Steller sowie auf die wirtschaftlichen Risiken für die Gemeinde hin. Alle Informationen sind belegt durch Angabe der Quellen, sodass jeder Leser deren Stichhaltigkeit selbst überprüfen kann. Damit liegen jetzt alle wichtigen Fakten auf dem Tisch.


Neben Gesundheitsrisiken weist der BUND auf das Risiko der Abhängigkeit von einem einzigen Großkonzern hin, das sich ergibt, wenn im Gemeindehaushalt eingeplante hohe Einnahmen von Gewerbesteuern plötzlich ausfallen, weil der Konzern Verlust macht (wie Aldi-Nord in 2018). Ein solches Ereignis hat in der Stadt Mülheim zu einer Ausgabensperre geführt (Quelle: WAZ Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 15.02.2018). Das kann die Handlungsfreiheit der Politik erheblich einschränken und Vorhaben verzögern oder verhindern.


Interessant ist in diesen Zusammenhang auch ein Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung über den geplanten Bau eines Logistikzentrums von Aldi in der Gemeinde Aligse bei Hannover:


www.haz.de/Umland/Lehrte/Lehrte-Debatte-um-Aldi-Logistikzentrum-spitzt-sich-politisch-zu
In Aligse verweigert die CDU ihre Zustimmung zu dem Projekt mit ähnlichen Argumenten wie der BUND in Stelle. Der BUND hat deshalb diesen Bericht inzwischen allen Mitgliedern des Gemeinderates von Stelle, die per Email-Adresse erreichbar sind, per Mail gesendet.


Uns wurde empfohlen, wir sollten uns nur mit Naturschutz befassen – nicht mit wirtschaftlichen oder politischen Fragen. Aber wenn die Gesundheit der Bevölkerung durch Lärm, Abgase und Abrieb von Reifen und Bremsbelägen genau aus der Hauptwindrichtung bedroht ist, muss die Umwelt der betroffenen Menschen geschützt werden. Der BUND fühlt sich verantwortlich dafür, die Umwelt der Menschen gesund zu erhalten.

 

BUND warnt vor Ablenkung!

Pressemitteilung vom 28.11.2019

Wir können nicht nachvollziehen, warum die „Denkmalschutzbehörde“ das 4000 Jahre alte Hügelgrab zwischen Bardenweg und Pennekuhle, das unter gesetzlichem Denkmalschutz steht, nicht vor der Zerstörung schützt. Die Behörde hatte wiederholt – und fachkundig begründet - erklärt, dass das Grab erhalten werden müsse – auch wenn es schon beschädigt ist. Darum wünschen wir die Veröffentlichung des Bescheides der Behörde, damit alle StellerInnen die Gründe für diese unver-ständliche Entscheidung lesen können. Die Nachricht von dem Zerstörungsbescheid ändert aber nicht unsere Einschätzung der hohen Bedeutung dieses wertvollen Kulturdenkmals und mindert nicht unseren Einsatz für den Erhalt.


Der Winsener Anzeiger berichtete, dass der Bürgermeister den Bescheid noch prüfen wolle. Das öffnet Raum für Vermutungen.... Ist er so kompliziert oder unklar? Enthält er Risiken für die Gemeinde? Greifen die Befürworter und Aldi die Idee des BUND auf, andere Bodendenkmale auf der Kurzen Heide und auf dem Oldendörpsfeld öffentlich in Wert zu setzen durch Aufstellen von Informationstafeln - ähnlich wie in Ashausen und Maschen? Das würden wir natürlich begrüßen. Aber als Ausgleich für die Zerstörung des jetzt umstrittenen Hügelgrabs würden wir das nicht akzeptieren. Eine Entschuldigung für den angerichteten Schaden wäre das jedenfalls nicht. Wir warnen die Steller davor, sich von solcher Ablenkung blenden zu lassen. Erkennen und durchschauen Sie dies als Trostpflaster! Man kennt das aus anderen Gemeinden, wo ein Investor für einen schweren Eingriff in die Landschaft der Gemeinde etwas schenkt, um von dem Schaden des Eingriffs abzulenken.


Die historischen Funde am Grasweg halten wir auch für schützenswert, deshalb haben wir sie ja in die Route unserer heimatkundlichen Führung am 26. Oktober mit einbezogen. Ihre Beseitigung halten wir auch für bedenklich, aber der Bebauungsplan Grasweg-West ist rechtskräftig, und hier gab es kein denkmalgeschütztes Hügelgrab. Selbst die Archäologen sagten uns, dass eine Erhaltung an dem Ort schwierig sei. Anders am Bardenweg: dieser Grabhügel ist seit Langem ein eingetragenes Denkmal, und es gibt keinen rechtskräftigen Bebauungsplan. Hier war Protest angebracht - bis die Denkmalschutzbehörde einknickte. Das wohl älteste Zeugnis unserer Herkunft ist jedoch noch lange nicht verloren, denn das Verfahren des Bauprojektes sieht noch etliche gesetzlich vorgeschriebene Schritte vor, die das ganze Projekt noch kippen können.


Wir halten es für selbstverständlich, dass der Bürgermeister bemüht ist, seine Hausaufgaben gründlich zu machen. Aber in dieser Lage, in der Stelle sich jetzt befindet, ist es die HAUPTAUFGABE des Bürgermeisters, mehr Offenheit in den Entscheidungsprozess zu bringen und im gespaltenen Dorf zu vermitteln, damit im Streit um das „Sondergebiet“ nicht Zwietracht das Zusammenleben in der Gemeinde
belastet. Diese Hausaufgabe halten wir für die wichtigste, damit nicht der Eindruck entsteht, der Bürgermeister wolle das Projekt im Schulterschluss mit Aldi durchdrücken.

 

www.bund-elbe-heide.de/ort-stelle
Email: stelle@bund-elbe-heide.de
Thomas Rieckmann
BUND Ortsgruppe Stelle
 

Hat Stelle die zweitälteste Eiche im Landkreis Harburg?

Pressemitteilung vom 11.11.2019

Der BUND Stelle dankt der Unteren Naturschutzbehörde dafür, dass sie unserem Hinweis vom 5.9.2018 auf den Verstoß gegen den Landschaftsschutz im Gewerbegebiet Fachenfelde nachgegangen ist, und dem Recht wieder Geltung verschafft hat. Ferner erkennen wir an, dass die Gemeinde Stelle größere Schutzzonen für die beiden Eichen (Naturdenkmale seit 1936) festgeschrieben und zur Bedingung für den Betrieb von Gewerbe auf den Grundstücken festgesetzt hat (WA-Bericht vom 24.10.2019).


Inzwischen haben wir die Stämme der beiden Eichen im Brustbereich vor Erwachsenen vermessen: die nördlich stehende Eiche misst einen Umfang von 5,25 m und die südliche, weiter im Gewerbegebiet stehende misst 5,50 m. Nach dem „Baumalter-schätz-o-meter“ (https://www.baumportal.de) entspricht das einem geschätzten Alter von 414 bzw. 433 Jahren. Das könnte bedeuten, dass Stelle nach Bötersheim die zweitälteste Eiche im Landkreis Harburg hat. In einem Bericht von 1970 hatte der WA geschrieben, dass die Eichen ca. 500 Jahre alt seien.


Aufgrund dieser Daten hält der BUND die jetzt getroffenen Maßnahmen für nicht ausreichend. Denn da Jahre lang vor unserem Hinweis vom 5.9.2018 die Bestimmungen des Landschaftsschutzes nicht durchgesetzt worden waren und der Wurzelbereich einer Eiche z.T. versiegelt war, befürchten wir, dass auch in Zukunft die Naturdenkmale nicht genügend geschützt bleiben. Wir fordern, dass die beiden Eichen zusammen mit den anderen zwei, die halb auf der Grenze des Gewerbegebietes stehen und ebenfalls seit 1936 geschützt sind, als zusammenhängende Baumgruppe als Naturdenkmal ausgewiesen werden und der gesamte Standort der Baumgruppe aus der Festsetzung „Gewerbegebiet“ im Bebauungsplan Fachenfelde-West ausgegrenzt wird.


Die Gemeinde sollte stolz darauf sein, dass sie solche Besonderheiten besitzt, und sie daher wirksamer schützen. Das geht nach unseren bisherigen Erfahrungen nur durch eine zusammenhängende Schutzausweisung, die ganz aus dem Gewerbe-gebiet herausgenommen wird. Es war ein großer Fehler, dass die Gemeinde in den 1970er Jahren die Grenze des Gewerbegebietes so gezogen hat, dass die Naturdenkmale zwischen Betrieben eingezwängt wurden. Wir unterstützen daher einen entsprechenden Antrag der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen an den Gemeinderat.


Ein weiterer Grund für unsere Skepsis ist, dass bis heute die Wurzelbereiche von 17 Eichen (Alter ca. 200 Jahre) der Fachenfelder Allee, die unter Landschaftsschutz steht, fast bis an den Stamm überbaut sind von einem Gerüstbaubetrieb. Da die Gemeinde diesen Frevel offenbar genehmigt oder jedenfalls geduldet hat, haben wir
Grund zu der Befürchtung, dass auch künftig im Gewerbegebiet die Belange des Naturschutzes hinter die Interessen der Betriebe gestellt werden. Daher kann nur eine klar markierte Grenze wirksamen Schutz bieten.


Die Ausweisung und stetige Erweiterung des Gewerbegebietes Fachenfelde seit den 1970er Jahren hat oft Belange des Naturschutzes übergangen. So wurden ökologisch wertvolle Feuchtgebiete überbaut, wodurch Lebensräume z.B. der Kreuzkröte (nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und Bundesnaturschutzgesetz: streng zu schützende Art!), des Bärlapps (Heilkraut) und des Knabenkrauts (Orchideenart) vernichtet wurden.

 

www.bund-elbe-heide.de/ort-stelle
Email: stelle@bund-elbe-heide.de
Thomas Rieckmann
BUND Ortsgruppe Stelle
Anlage: Fotos der zweitältesten Eiche des Landkreises in Stelle

Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Harburg

hier der volle Bericht zur Einsicht: Dienstaufsichtsbeschwerde

Eine Stellungnahme der Bodendenkmalpflege aus dem Jahr 2017

hier einzusehen

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