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Regionalverband Elbe-Heide

BUND warnt vor Ablenkung!

Pressemitteilung vom 28.11.2019

Wir können nicht nachvollziehen, warum die „Denkmalschutzbehörde“ das 4000 Jahre alte Hügelgrab zwischen Bardenweg und Pennekuhle, das unter gesetzlichem Denkmalschutz steht, nicht vor der Zerstörung schützt. Die Behörde hatte wiederholt – und fachkundig begründet - erklärt, dass das Grab erhalten werden müsse – auch wenn es schon beschädigt ist. Darum wünschen wir die Veröffentlichung des Bescheides der Behörde, damit alle StellerInnen die Gründe für diese unver-ständliche Entscheidung lesen können. Die Nachricht von dem Zerstörungsbescheid ändert aber nicht unsere Einschätzung der hohen Bedeutung dieses wertvollen Kulturdenkmals und mindert nicht unseren Einsatz für den Erhalt.


Der Winsener Anzeiger berichtete, dass der Bürgermeister den Bescheid noch prüfen wolle. Das öffnet Raum für Vermutungen.... Ist er so kompliziert oder unklar? Enthält er Risiken für die Gemeinde? Greifen die Befürworter und Aldi die Idee des BUND auf, andere Bodendenkmale auf der Kurzen Heide und auf dem Oldendörpsfeld öffentlich in Wert zu setzen durch Aufstellen von Informationstafeln - ähnlich wie in Ashausen und Maschen? Das würden wir natürlich begrüßen. Aber als Ausgleich für die Zerstörung des jetzt umstrittenen Hügelgrabs würden wir das nicht akzeptieren. Eine Entschuldigung für den angerichteten Schaden wäre das jedenfalls nicht. Wir warnen die Steller davor, sich von solcher Ablenkung blenden zu lassen. Erkennen und durchschauen Sie dies als Trostpflaster! Man kennt das aus anderen Gemeinden, wo ein Investor für einen schweren Eingriff in die Landschaft der Gemeinde etwas schenkt, um von dem Schaden des Eingriffs abzulenken.


Die historischen Funde am Grasweg halten wir auch für schützenswert, deshalb haben wir sie ja in die Route unserer heimatkundlichen Führung am 26. Oktober mit einbezogen. Ihre Beseitigung halten wir auch für bedenklich, aber der Bebauungsplan Grasweg-West ist rechtskräftig, und hier gab es kein denkmalgeschütztes Hügelgrab. Selbst die Archäologen sagten uns, dass eine Erhaltung an dem Ort schwierig sei. Anders am Bardenweg: dieser Grabhügel ist seit Langem ein eingetragenes Denkmal, und es gibt keinen rechtskräftigen Bebauungsplan. Hier war Protest angebracht - bis die Denkmalschutzbehörde einknickte. Das wohl älteste Zeugnis unserer Herkunft ist jedoch noch lange nicht verloren, denn das Verfahren des Bauprojektes sieht noch etliche gesetzlich vorgeschriebene Schritte vor, die das ganze Projekt noch kippen können.


Wir halten es für selbstverständlich, dass der Bürgermeister bemüht ist, seine Hausaufgaben gründlich zu machen. Aber in dieser Lage, in der Stelle sich jetzt befindet, ist es die HAUPTAUFGABE des Bürgermeisters, mehr Offenheit in den Entscheidungsprozess zu bringen und im gespaltenen Dorf zu vermitteln, damit im Streit um das „Sondergebiet“ nicht Zwietracht das Zusammenleben in der Gemeinde
belastet. Diese Hausaufgabe halten wir für die wichtigste, damit nicht der Eindruck entsteht, der Bürgermeister wolle das Projekt im Schulterschluss mit Aldi durchdrücken.

 

www.bund-elbe-heide.de/ort-stelle
Email: stelle@bund-elbe-heide.de
Thomas Rieckmann
BUND Ortsgruppe Stelle
Tel.: 04131-402776

Hat Stelle die zweitälteste Eiche im Landkreis Harburg?

Pressemitteilung vom 11.11.2019

Der BUND Stelle dankt der Unteren Naturschutzbehörde dafür, dass sie unserem Hinweis vom 5.9.2018 auf den Verstoß gegen den Landschaftsschutz im Gewerbegebiet Fachenfelde nachgegangen ist, und dem Recht wieder Geltung verschafft hat. Ferner erkennen wir an, dass die Gemeinde Stelle größere Schutzzonen für die beiden Eichen (Naturdenkmale seit 1936) festgeschrieben und zur Bedingung für den Betrieb von Gewerbe auf den Grundstücken festgesetzt hat (WA-Bericht vom 24.10.2019).


Inzwischen haben wir die Stämme der beiden Eichen im Brustbereich vor Erwachsenen vermessen: die nördlich stehende Eiche misst einen Umfang von 5,25 m und die südliche, weiter im Gewerbegebiet stehende misst 5,50 m. Nach dem „Baumalter-schätz-o-meter“ (https://www.baumportal.de) entspricht das einem geschätzten Alter von 414 bzw. 433 Jahren. Das könnte bedeuten, dass Stelle nach Bötersheim die zweitälteste Eiche im Landkreis Harburg hat. In einem Bericht von 1970 hatte der WA geschrieben, dass die Eichen ca. 500 Jahre alt seien.


Aufgrund dieser Daten hält der BUND die jetzt getroffenen Maßnahmen für nicht ausreichend. Denn da Jahre lang vor unserem Hinweis vom 5.9.2018 die Bestimmungen des Landschaftsschutzes nicht durchgesetzt worden waren und der Wurzelbereich einer Eiche z.T. versiegelt war, befürchten wir, dass auch in Zukunft die Naturdenkmale nicht genügend geschützt bleiben. Wir fordern, dass die beiden Eichen zusammen mit den anderen zwei, die halb auf der Grenze des Gewerbegebietes stehen und ebenfalls seit 1936 geschützt sind, als zusammenhängende Baumgruppe als Naturdenkmal ausgewiesen werden und der gesamte Standort der Baumgruppe aus der Festsetzung „Gewerbegebiet“ im Bebauungsplan Fachenfelde-West ausgegrenzt wird.


Die Gemeinde sollte stolz darauf sein, dass sie solche Besonderheiten besitzt, und sie daher wirksamer schützen. Das geht nach unseren bisherigen Erfahrungen nur durch eine zusammenhängende Schutzausweisung, die ganz aus dem Gewerbe-gebiet herausgenommen wird. Es war ein großer Fehler, dass die Gemeinde in den 1970er Jahren die Grenze des Gewerbegebietes so gezogen hat, dass die Naturdenkmale zwischen Betrieben eingezwängt wurden. Wir unterstützen daher einen entsprechenden Antrag der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen an den Gemeinderat.


Ein weiterer Grund für unsere Skepsis ist, dass bis heute die Wurzelbereiche von 17 Eichen (Alter ca. 200 Jahre) der Fachenfelder Allee, die unter Landschaftsschutz steht, fast bis an den Stamm überbaut sind von einem Gerüstbaubetrieb. Da die Gemeinde diesen Frevel offenbar genehmigt oder jedenfalls geduldet hat, haben wir
Grund zu der Befürchtung, dass auch künftig im Gewerbegebiet die Belange des Naturschutzes hinter die Interessen der Betriebe gestellt werden. Daher kann nur eine klar markierte Grenze wirksamen Schutz bieten.


Die Ausweisung und stetige Erweiterung des Gewerbegebietes Fachenfelde seit den 1970er Jahren hat oft Belange des Naturschutzes übergangen. So wurden ökologisch wertvolle Feuchtgebiete überbaut, wodurch Lebensräume z.B. der Kreuzkröte (nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und Bundesnaturschutzgesetz: streng zu schützende Art!), des Bärlapps (Heilkraut) und des Knabenkrauts (Orchideenart) vernichtet wurden.

 

www.bund-elbe-heide.de/ort-stelle
Email: stelle@bund-elbe-heide.de
Thomas Rieckmann
BUND Ortsgruppe Stelle
Anlage: Fotos der zweitältesten Eiche des Landkreises in Stelle

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