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Regionalverband Elbe-Heide

Ein Wintermärchen

Vom wunderbaren Sonderfelde, den 27 Zwergen und dem Riesen Goldi

Es war einmal das wunderbare Land Sonderfelde, in dem Frösche durch Quellwälder hüpften und Fledermäuse zwischen alten Eichen nach Beute jagten. Dieses Land gehörte einer Zwergengemeinde, deren Ahnen schon vor Jahrhunderten hier lebten und auch dort begraben wurden.

Die Zwerge taten alles, um ihr Land zu erhalten und auch ihren Kindern eine gute Zukunft zu bieten. Sie wollten sparsam und sorgfältig mit ihrem Grund und Boden umgehen und wählten 27 von Ihnen aus, die über die Geschicke der Gemeinde entscheiden sollten. Diese taten es alle mit
Engagement und besten Vorsätzen. Doch der König des Reiches verlangte immer mehr Abgaben von den Zwergen und auch, dass sie die Kosten für das schöne Schwimmbad, die Leihbücherei und die lustigen Straßenkreisel selber bezahlen sollten.

Da beschlossen die Zwerge, dass sie einen Teil von Sonderfelde an andere Zwerge verkaufen und zusätzliche Steuern einnehmen wollten. Sie stellten einen nützlichen Flächenplan auf, der dies ermöglichen – aber alle schützenwerten Güter der Gemeinde bewahren sollte. Lange Zeit passierte nichts und die Zwerge, die Interesse zeigten, waren dem Rat nicht gut genug.

Dies bemerkte der Riese Goldi, der immer mehr besitzen und sein Riesenreich ausbauen wollte. Er wollte Sonderfelde in ein Riesenlager verwandeln und konnte es auch als Abschreibungsobjekt gut gebrauchen. Alsbald klopfte er an die Gemeindetür und versprach den Zwergen Gold und Silber. Wie viel er ihnen geben wollte, sagte er aber nicht.

Nur die Zwerge, denen das Land gehörte, sollten fürstlich belohnt werden. Dafür wollte der Riese aber das ganze Sonderfelde nur für sich allein haben. Er wollte alles mit Beton zuschütten und mit seinen Riesen- LKW das schöne Land mit Lärm und Abgasen verpesten - und zwar rund um die Uhr und an allen Tagen des Jahres.

Des langen Wartens und der vielen Arbeit überdrüssig, überlegten die Zwerge, ob sie einwilligen sollten. Schließlich gingen sie einen langen und holperigen Weg mit dem Riesen und wurden bald zu müde für eine Umkehr. Zudem verlangte der König auch immer mehr Gold von den Zwergen. Jetzt sollten sie auch noch die Gebühren für die schönen Kindergartenplätze bezahlen.

Der Riese bot Ihnen an, auf eigene Kosten Gutachten zu besorgen, die alles für gut und richtig befinden würden. Die Mehrheit im Zwergenrat stimmte zu. Sie wichen von ihrem nützlichen Flächenplan ab und erklärten Sonderfelde zu einem Sondergebiet, in dem alles erlaubt sein sollte, was der Riese Goldi wollte. Auch schoben sie die Bedenken und Verbote der königlichen Verkehrsplaner, der Natur- und Denkmalschützer beiseite. Sie waren geblendet von der Aussicht auf schnellen Reichtum und wollten den langen und beschwerlichen Weg endlich beenden.

Alternatives Ende 1: Der Riese Goldi aber kannte sich gut aus im königlichen Steuer- und Bilanzrecht. Die Zwergengemeinde erhielt für das wunderbare Sonderfelde nur einen kleinen Teil des versprochenen Reichtums und musste auch noch für die entstandenen Schäden an Straßen und Umwelt aufkommen.

Das ehemals artenreiche Gebiet verödete. Es war für die nachfolgenden Zwergengenerationen, die Frösche und Fledermäuse für immer verloren. Der Riese Goldi aber verkaufte nach Ablauf der Abschreibungszeit das Riesenlager an einen anderen Riesen. Das viele Gold was er dafür bekam nahm er gern und schaute sich sogleich im Königreich und allen benachbarten Reichen nach neuen Goldgruben um.

Alternatives Ende 2: Doch einige wenige im Zwergenrat und in der Gemeinde erkannten, dass es ein Irrweg war. Sie begehrten auf, schrieben Einsprüche und sammelten Unterschriften. Es kam zu einer großen Bürger-Demonstration, die auch die letzten Befürworter im Rat umstimmte.

So kehrten sie schließlich um und verjagten den Riesen Goldi für immer aus dem wunderbaren Sonderfelde. Nicht nur die Frösche und Fledermäuse freuten sich. Es siedelte sich vielfältiges Zwergengewerbe an und es gab neue Arbeitsplätze, die gesicherte Einnahmen versprachen.

NDR-Podiumsdiskussion zum geplanten ALDI-Logistikzentrum

Am 02.04. 2019 veranstaltete der NDR-Niedersachsen im Ashäuser Hof eine Podiumsdiskussion zum Thema ALDI-Logistikzentrum.

Auf dem Podium saßen Jürgen Neubauer (BUND Elbe-Heide und Ratsherr seit 1972), Dr. Henning Haßmann (Landesarchäologe, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege), Bernd Henke (Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat) und Peter Ziegler (Ratsherr "Gruppe Ziegler/FDP" und Zweiter Stellvertretender Bürgermeister).

Am 04.04.2019 wurde die Veranstaltung im Hörfunk übertragen. Die komplette Aufnahme finden Sie hier.

Demonstration "Für ein lebenswertes und liebenswertes Stelle" am 24.11.2018

Bilder vom Demonstrationszug durch Stelle

Das Bündnis aus BUND, Bürgerinitiative für ein lebenswertes und liebenswertes Stelle und der Interessengemeinschaft Anwohner K86 veranstaltete am 24.11.2018 eine Demonstration gegen das geplante Logistikzentrum von Aldi-Nord in Stelle.

Dem Aufruf folgten 270 Steller Bürger, die von der Hauptstraße "Unter den Linden", entlang der Harburger Straße bis zum geplanten Bauplatz zogen. Es sprachen zuerst Lisa Bischoff vom Vorstand des BUND, Joachim Marquardt (BUND) und Jürgen Wörbel von der IG K86.

Das geplante Logistikzentrum von Aldi-Nord würde 17ha Ackerland mit Beton, Asphalt und einer riesigen, 15 Meter hohen Halle versiegeln.

Dadurch würde nicht mehr genug Regenwasser versickern, um die Quelle in der Pennekuhle zu speisen. So würde das unter Naturschutz stehende Feuchtbiotop nicht mehr genug Wasser erhalten, sodass die geschützten, seltenen Pflanzen bedroht werden.

Die Rede zur Demo finden Sie

hier.

Leserbrief zu „Mehrheit bleibt stabil“ WA vom 20.06.2018

Ich achte Politiker, die Fehler zugeben und auf einem als falsch erkannten Weg umkehren. Ich glaube, dass angesichts der Klimakrise, die 2018 auch Deutschland erreicht hat, jeder Verständnis dafür hätte, wenn der Rat der Gemeinde Stelle sich von dem Großprojekt Aldi-Logistikzentrum verabschieden würde. Jetzt noch 18 Hektar Ackerboden mit Asphalt und Beton zu versiegeln, würde die Ernteerträge weiter verringern und damit die Lebensgrundlagen kommender Generationen gefährden.

 

So würde sich eventuell doch noch eine kleine Chance für CDU, SPD, BIGS, FDP eröffnen, ihre Mehrheit bei der nächsten Wahl zu verteidigen. Noch umkehren kann auch Bürgermeister Isernhagen, der damit als Friedensstifter in die Steller Geschichte eingehen könnte. Dann würden die Sitzungen künftig nicht mehr so tumultartig verlaufen wie am 18. Juni.

 

Die verkaufswilligen Eigentümer der Ackerflächen können sich ein Beispiel nehmen an jenen Eigentümern in Maschen, die sich nicht in Versuchung führen ließen von Aldi-Geld und heute geachtet werden dafür, dass sie Maschen lebenswert und liebenswert erhalten haben. Für solches Verantwortungsbewusstsein könnten auch die Eigentümer der nun in Stelle bedrohten Äcker geachtet werden, statt verachtet zu werden wegen ihres Eigennutzes.

 

 

Thomas Rieckmann, Stelle

Warum wir uns auch mit wirtschaftlichen Fragen beschäftigen müssen;Antwort auf einen Leserbrief

Leserbrief zu „Betriebswirte im BUND“, WA vom 12.2.19

 

 

Ja, Herr Koch, da haben Sie recht: wie unser Name ausweist, fühlen wir uns dem Ziel verpflichtet, Natur und Umwelt für die Menschen zu schützen. Das tun wir - wie unsere umfänglichen Stellungnahmen zum Bebauungsplan „Fachenfelde-Süd“ belegen. Auch unsere Müllsammel-Aktion in der Pennekuhle bezeugt dies.

 

Doch was sollen wir tun, wenn unsere vielen Versuche, für die Erhaltung der Gesundheit der Steller ihre Umwelt zu schützen, von der derzeitigen Mehrheit im Rat einfach vom Tisch gefegt werden? Und was sollen wir tun, wenn wir sehen, dass dieses hier geplante Werk der Naturzerstörung in den Planungsunterlagen gar nicht begründet wird? Zweck und Nutzen des Lagers Stelle werden nicht erklärt.

 

Einige Mitglieder des Rates sagen, dass die Gemeinde Einnahmen aus der Gewerbesteuer der Firma brauche. (Doch der Bürgermeister legt keine Berechnung vor, die ausweist, mit welchen Einnahmen die Gemeinde rechnet, und ob und wann sich das Lager für die Gemeinde rentiert.) Wenn die zur Zeit in Stelle Herrschenden wirtschaftlich argumentieren, dann müssen wir das auch tun.

 

An diesem Punkt werden dann Naturschützer zu Betriebswirten: um die Natur zu schützen, weisen wir die Bürger darauf hin, dass Natur sinnlos und zwecklos geopfert werden soll. Hier müssen wir unseren fachlichen und ideellen Horizont erweitern, um die Umwelt der Steller gegen eine riskante Politik schützen zu können.

 

Nein, Herr Koch, da haben Sie nicht recht, wenn Sie behaupten, dass Naturschützer, die eine Umweltgefährdung verhindern wollen, nicht weiter denken dürfen, wenn ihnen der Zweck der Planung nicht begründet wird und die Umweltargumente nicht stechen.

 

Nein, Herr Koch, indem ich unsere Erkenntnisse allen Stellern und besonders den jetzigen Verantwortungsträgern zugänglich mache, missbrauche ich den BUND nicht. Wir haben unsere Fortbildung nämlich einvernehmlich in einer Arbeitsgruppe durchgeführt. Auch unser Bundesverband, dem ich seit 1978 angehöre, recherchiert auf fachfremden Gebieten, wenn dadurch Natur und Umwelt geschützt werden können.

 

 

Thomas Rieckmann, BUND Stelle

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