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Regionalverband Elbe-Heide

Beiträge aus dem Ökozentrum

Ein Haus aus Weidenzweigen

In dem Workshop am 30. März 2019 sollte mit den Teilnehmern aus Weidenzweigen eine igluförmige Laubhütte gebaut werden.

Zunächst führte Günter Schulze, der lange Zeit in der Lehrer- und Studentenfortbildung Erfahrung mit Weiden sammelte, in die Botanik  und Bedeutung der Kopfweiden ein:

Benutzt werden zum Hüttenbau nämlich die Zweige der Knackweide (salix fragilis). Die Knackweide ist ein Bastard der Salweide. Sie wurden als Kopfweiden angebaut. Deren Zweige fanden vor der „Plastikzeit“ eine vielfältige Verwendung. Die Kopfweide ist ökologisch äußerst bedeutsam. Es gilt sie deshalb zu erhalten und weiter zu verbreiten. Er machte außerdem deutlich, dass das gesamte Material bienenfreundlich entnommen wurde.

Das Material bestand also aus: 1.ca. fünfjährige Weidenzweigen, die bei der Kopfweidenpflege durch die Stadt Lüneburg anfielen 2. einjährige Weidenzweige einer alten Weidenlaubhütte, die nicht eingeflochten werden konnte 3. einjährige gerade Triebe vom Haselstrauch

Da die Weidenzweige nach dem Schnitt in Form gebracht und in Wasser gestellt wurden, zeigten sich bereits am unteren Ende Wurzelknospen.

Die Laubhütte soll eine Höhe und einen Durchmesser von 2,50 m haben.

Zunächst gruben die Teilnehmer Löcher in die Erde. Der Abstand der zum anwachsen vorgesehenen Weidenzweige beträgt ca. 25 cm. Wenn der Boden sehr mager ist, gibt man zwei Hände voll Gärtnersubstrat in jedes Loch.

Die längsten eingegrabenen Weidenzweige wurden jeweils gegenüberliegend mit leicht verwesendem Band in der Mitte zusammen gebunden. Anschließend steckten die Teilnehmer in die Lücken starke einjährige Weidenzweige. An einer Stelle wurde eine Öffnung als Eingang gelassen.

Nun durften die Teilnehmerinnen flechten: zunächst mit Haselzweigen, dann mit Weidenzweigen. So entstand eine ansprechende Igluform.

Um die Fixierung der Zweige in der Mitte und die Stabilisierung der Decke mit Weidenzweigen zu ermöglichen, benötigt man eine kleine Trittleiter.

Zum Schluss beschnitten einige Teilnehmer mit der Gartenschere ab- und überstehende Zweige.

Zur weiteren Pflege ist es wichtig, dass die zum Anwachsen vorgesehenen Zweige angeschlemmt werden. Im ersten Jahr muss außerdem regelmäßig gegossen werden. Die ausschießenden Triebe müssen immer wieder neu eingeflochten werden, so dass bereits nach einem Jahr die quergeflochtenen Weiden-und Haselnusszweige überflüssig sind.

 


Bericht einer Teilnehmerin zum Workshop: Obstgartenpflege und Vermehrung von Obststräuchern

In einem ersten Workshop am 23.03.2019 im Ökologiezentrum im Radbrucher Forst ging es um die Pflege und Vermehrung von Obstgehölzen.

Im ersten Teil der Veranstaltung brachte uns Teilnehmern der gelernte Obstbau- und Obstschnittgärtner, Günter Schulze, die ganze Vielfalt der Beerensträucher nahe. Zunächst wies der Experte auf eine zweckmäßige und wurzelschonende Bodenbehandlung hin. Fast alle Beerensträucher sind nämlich ursprünglich Waldpflanzen und entnehmen ihren Nährstoffbedarf aus der untersten Auflagenhorizontschicht.

Danach ging Herr Schulze auf die Schnitt- und Vermehrungsmethoden aller einzelnen Beerenstraucharten ein. Im Obstgarten des Ökologiezentrums kann man insgesamt 14 verschiedene Beerensträucher entdecken. Auch die ökologische Eindämmung der wichtigsten Krankheiten wurde angesprochen.Nach einer gemütlichen Pause befassten wir uns im zweiten Teil der Veranstaltung mit den Obstbäumen.

An einem Birnen- und Apfelbaum wurde nun eine entsprechend zweckmäßige Veredelung vorgenommen. Diese beiden Bäume sollen exemplarisch als „Sortenbäume“ ( ein Baum mit verschiedenen Sorten ) dienen. Anschließend wurden die verschiedenen Obstbaumarten auf dem Gelände vorgestellt und geschnitten. Im Ökologiezentrum sind mittlerweile 25 verschiedene Obstbäume, größtenteils alte Obstbaumsorten und Hochstammbäume, gepflanzt worden.

Uns Teilnehmern wurde deutlich, dass man einen richtigen Obstbaumschnitt nicht im Schnelldurchgang umfassend erlernen kann. Denn jede Baumart und teilweise jede Obstsorte bedarf einer individuellen anderen Herangehensweise. So sind die Ausführungen des einzelnen Schnittes, die Beachtung der verschiedenen Augenformen an den Zweigen und das Ziel des Schnittes dabei zu berücksichtigen.

Einige Obstbaumarten werden nicht im Frühjahr oder Winter, sondern zu anderen Zeiten geschnitten: z.B.: Süßkirschenbäume werden nach der Ernte und Wallnussbäume um den 18. August geschnitten. Den Wein schneidet man gleich mehrfach im Jahr.

Durch den Klimawandel gibt es mittlerweile immer mehr Gehölze, die auch bei uns in Mitteleuropa angebaut werden können. Diese benötigen aber einen besonderen Schutz vor Spätfrösten.

Ein weiterer Diskussionspunkt waren die Vor- und Nachteile alter und neuer Obstsorten sowie die Eigenschaften bestimmter Obstsorten.

Auch wenn an einem Tag das Thema Obstbaumpflege und -vermehrung nicht umfassend behandelt werden konnten, haben wir Teilnehmer wichtige Einblicke in die Obstbaumkunde erhalten. Wir gingen alle bereichert nach Hause.

 Wer Fragen zur Obstbaumpflege und -vermehrung hat, kann sich gerne an das Ökologiezentrum im Radbrucher Forst wenden:

oekologiezentrum(at)bund-elbe-heide.de / Tel: 0160-782 32 47


 

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