Entkusseln (Kusseln = Aufwuchs junger Gehölze)

Alljährlich wird der Kalkberg entkusselt. Das Entkusseln ist eine Form der Landschaftspflege zur Offenhaltung von z.B.Trockenrasen und Feuchtwiesen, die sich in Folge der Sukzession zu Wäldern entwickeln würden. Diese Art der Landschaftspflege hat zum Ziel, die Artenvielfalt zu vergrößern und zu erhalten. Invasive Arten sollen eingedämmt werden.

Neben den Biotopen werden die kulturhistorischen Landschaftsteile, z.B. Abbruchstrossen des ehemaligen Gipsbruchs von Aufwuchs freigehalten, um diese Kultur-Spuren weiterhin sichtbar zu halten. NSG-Besuchern soll somit die Möglichkeit gegeben werden, die Zusammenhänge zwischen dem ehemaligen Industriegebiet als Voraussetzung für den jetzigen Zustand nachzuvollziehen.

Das Naturschutzgebiet Kalkberg weist vier unterschiedliche Biotope auf:

Trockenrasen, Feuchtwiese, Magere Fettwiese und Prozessfläche Wald.

Ein gezielter Pflegeplan gibt die Arbeits-Maßnahmen für das Gebiet vor. In Kooperation mit der Stadt Lüneburg, der Unteren Naturschutzbehörde und Mitarbeitern der Leuphana Universität werden die Einsätze durchgeführt und die dynamischen Entwicklungsziele für die jeweiligen Biotope besprochen und bewertet.

Biotop-Pflege heißt: jährliche Mahd der Feucht-und Mageren Fettwiese inklusive Abfuhr des Schnittguts. Entkusseln der Trockenrasenflächen per Hand. Buschaufwuchs, wie z.B. Flieder, Ahorn oder Weißdorn wird zurückgeschnitten. Die Prozessfläche Wald wird sich selbst überlassen. Totholz wird nicht entnommen. Bäume werden, wenn nötig, aus Wegesicherungsgründen von der Stadt entfernt.

Neben demmenschlichenPflegeeinsatz entkusseln Ziegen das Gebiet das gesamte Jahr über.

Geführt von einer Ziegenhirtin, halten sie die Neu-Aufwüchse kurz und klettern in die Steilhänge, die ansonsten nur mit Seil-und Kletterausrüstung zu erklimmen wären.

Im November findet darüber hinaus alljährlich eine große Entkusselungs-Aktion mit vielen freiwilligen Helfern statt.

 

Monitoring (=Pflanzen-Aufnahme)

Im Sommer diesen Jahres bildete sich ein Team, welches unter der Federführung von Dr. J. Dengler in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der Leuphana Universität und der Uni Hamburg ein Monitoring im Naturschutzgebiet durchführte. Anhand von älteren Vergleichsdaten wurden Plots mit Magneten abgesteckt und mit GPS-Daten versehen. Die Aufnahmen dienen dazu, die Vegetation zu erfassen und zu bewerten, um auf dieser Grundlage die vergangenen und aktuellen Pflegemaßnahmen zu evaluieren. Evtl. werden zukünftig Maßnahmen geändert, da sich neue Zielarten ergeben haben. Die Ergebnisse des Monitorings sollen nach Abschluss der Analyse veröffentlicht werden.

 

Tagfalter-Monitoring Deutschland

Schmetterling "Admiral"
Admiral (Foto: S. Wickbold / BUND)
Besprechung der Aktiven
Besprechung der Ergebnisse (Foto: T. Wickbold / BUND)

„Das Thema „Citizen Science“ (Bürgerwissenschaften) ist derzeit sehr populär. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert ein gemeinsames Projekt von UFZ (Helmholtz- Zentrum für Umweltforschung, Halle) und MfN (Museum für Naturkunde in Berlin) mit dem Ziel, das Innovationspotenzial von Citizen Science in Deutschland zu diskutieren, weiterzuentwickeln und zu implementieren. In den kommenden zwei Jahren wird es sechs Dialogforen geben, bei denen Wissenschaftler, Stakeholder aus Politik, Verbänden, NGOs und Wirtschaft, Journalisten sowie Citizen Science-interessierte Bürger gemeinsam diskutieren und sich vernetzen. Auf der Seite www.buergerschaffenwissen.de sind eine Vielzahl von Projekten aufgeführt, die deutlich machen, wie breit das Spektrum an Themen mittlerweile ist, bei denen Bürger sich aktiv an der Wissenschaft beteiligen können.“ (aus: Zählerbrief Oktober, UFZ).

In Lüneburg hat sich der BUND am Tagfalter-Monitoring beteiligt. Unter der Anleitung von Jacqueline Loos, PhD candidate „suastainable landscapes“ Leuphana university, wurde ein Transekt im NSG Kalkberg angelegt und in regelmäßigen Abständen durchschritten. Die Ehrenamtlichen trugen ihre Daten in Tabellen ein, die im Anschluss von Frau Loos digitalisiert wurden. Ein detailliertes Ergebnis liegt bereits vor, das hier allerdings nur einfach aufgeführt sei: es wurden 24 Schmetterlingsarten registriert. Über die nächsten Jahre soll das Monitoring fortgesetzt werden.



Der Kalkberg braucht Pflege - Bericht aus der LZ

Spende für die Helfer

Foto: Otto/ nh

Der BUND Lüneburg bedankt sich für die Spende in Höhe von 2000 € durch den Verein Junge Lüneburger e.V.. Das Geld wird zur Anschaffung neuer Werkzeuge zum Entkusseln, für Büromöbel und Fachliteratur eingesetzt.

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