Das FFH-Gebiet "Ilmenau mit Nebenbächen" - ein Juwel des Naturschutzes

Ilmenau an der Lüneburger Teufelsbrücke (Foto: M. Fabian / BUND)
Ein vielfältiger Lebensraum, auch für Wasservögel (Foto: M. Fabian / BUND)

FFH-Gebiet, das ist die Abkürzung für "Fauna (Tiere)-Flora (Pflanzen)-Habitat (Lebensräume)-Schutzgebiet". Die etwas ungelenke Bezeichnung steht für eine beispiellose Erfolgsgeschichte des europäischen Naturschutzes: Aufgrund der gleichnamigen europäischen Richtlinie bauen die Mitgliedstaaten der Europäischen Union ein zusammenhängendes, ökologisches Netz von Schutzgebieten auf, das Netz "Natura 2000". Dieses soll zum Erhalt der natürlichen Lebensräume und zum Schutz der wild lebenden Tier- und Pflanzenarten beitragen.

Ein paar ökologische Eckdaten...

Die Ilmenau ist ein überwiegend naturnaher Fluss mit zahlreichen Nebenbächen. An ihren Ufern erstrecken sich Feuchtwaldkomplexe u.a. mit Erlen-Eschenwäldern, Erlen-Bruchwäldern, Eichen-Hainbuchenwäldern. Außerdem finden sich im Schutzgebiet Grünlandbereiche, Hochstauden-fluren, Quellmoore und Sandheiden. Insgesamt 22 nach der FFH-Richtlinie schützenswerte Lebensraumtypen sind im Schutzgebiet aufzufinden. Darüber hinaus kommen 12 Tierarten vor, für die Natura 2000-Gebiete ausgewiesen werden sollen: Neben dem Fischotter sind dies der Kammolch, die Libellenart Grüne Keiljugfer, verschiedene Fischarten, Fluß- und Bachneunauge sowie zwei Flußmuschelarten.

Das FFH-Gebiet "Ilmenau mit Nebenbächen" erstreckt sich über die Landkreise Lüneburg, Uelzen, Heidekreis und Celle. Detaillierte Informationen finden Sie im sog. "Standard-Datenblatt" des Schutzgebietes.

Die Ilmenau braucht unseren Schutz...

Das FFH-Gebiet "Ilmenau mit Nebenbächen" soll Tieren, Pflanzen und Lebensräumen eine sichere Heimstatt bieten - doch es benötigt selbst unseren Schutz. Gefährdungen sind vor allem die Stauwehre im Unterlauf, die wandernden Tierarten den Weg versperren. Auch der Eintrag von Nährstoffen und Feinsedimenten, insbesondere aus der Landwirtschaft, stellt das Ökosystem Ilmenau vor erhebliche Probleme.

Eine besondere Belastung stellen die zahlreichen Wassersportler dar, die insbesondere bei schönem Sommerwetter die Ilmenau bevölkern: Unzählige Kanus und selbst gebaute Flöße schippern stromabwärts, erholungsuchende Stadtbewohner veranstalten Grillpartys und hinterlassen erheb-liche Müllmengen. Schwimmer wiederum wirbeln Sedimente auf und beschädigen die empfindlichen Pflanzengesellschaften am Ilmenauufer.

Zum Schutz der Ilmenau haben sich daher zahlreiche Verbände und Initiativen im Aktionsbündnis "Lebendige Ilmenau" zusammengeschlossen.

Bitte helfen Sie mit!

Wenn Sie an der Ilmenau unterwegs sind, hinterlassen sie bitte keinen Müll, sondern nehmen Sie ihre Abfälle wieder mit. Ob sie schwimmen oder mit dem Kanu unterwegs sind, bitte schonen Sie die Ufer. Bleiben Sie bitte außerhalb der besonders empfindlichen Bereiche mit Wasserpflanzen - diese werden leicht beschädigt, bieten aber besonders vielen Arten einen wichtigen Lebensraum. Ganz besonders wichtig ist jedoch eins: wenn sie Löcher in kleinen, lehmigen "Steilwänden" an den Ufern der Ilmenau entdecken, halten Sie bitte gebührenden Abstand. Denn hier brütet der sehr seltene, farbenfrohe Eisvogel! Im Jahr 2014 wurden leider alle Bruten im Landkreis Lüneburg von unachtsamen Besuchern zerstört, die über die aufgestellten Schutzzäune kletterten und die Bruthöhlen mit Müll verstopften. Die elendig zugrunde gegangenen Jungvögel waren ein Bild des Jammers!

BUND-Ansprechpartner: Bernhard Stilke
E-Mail: info@bund-elbe-heide.de

Ansprechpartner in den anderen Landkreisen sind die BUND Kreisgruppe Uelzen und die BUND Kreisgruppe Celle.

Grünland in der Ilmenau-Niederung südlich von Lüneburg
Wilde Wiesen in der Ilmenau-Niederung. (Foto: M. Fabian /BUND)


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